Ein Leitfaden für Unternehmen und IT-Entscheider. Die Wahl der richtigen Lizenzform ist eine strategische Entscheidung für jedes Unternehmen. Sie beeinflusst nicht nur die Kosten, sondern auch die Flexibilität, Compliance und Verwaltung der eingesetzten Software. Dieser Leitfaden erklärt die gängigsten Software-Lizenzformen und hilft bei der Auswahl des passenden Modells.
Unser eigenes Angebot
Wir bieten vier Lizenzformen an. Die Einzelheiten regelt unsere Endnutzer-Lizenzvereinbarung (EULA).
Zum Ausprobieren
Testlizenz
Zeitlich befristet, auf Anfrage.
Lizenz im Shop kaufen Beratung anfragen
Inhaltsverzeichnis
- Einzelplatzlizenz
- Mehrplatzlizenz
- Concurrent-Use-Lizenz
- Standortlizenz
- Enterprise-Lizenz
- Volumenlizenz
- Subscription-Lizenz
- Perpetual License
- OEM-Lizenz
- Floating License
- Named-User-Lizenz
- Open-Source-Lizenz
- Freeware
- Shareware / Trialware
- Techniker-Lizenz
Die Lizenzformen im Überblick
1 Einzelplatzlizenz (Single User License)
Die Einzelplatzlizenz berechtigt genau eine Person oder ein Gerät zur Nutzung der Software. Sie ist die einfachste und verbreitetste Lizenzform. Die Software darf nur auf einem einzigen Computer installiert werden. Manche Hersteller erlauben zusätzlich eine Installation auf einem mobilen Zweitgerät (z. B. Laptop), solange nicht gleichzeitig genutzt wird.
- Vorteile Klare Zuordnung, einfache Verwaltung, geringe Einstiegskosten
- Nachteile Nicht übertragbar, bei vielen Nutzern teuer, jeder Arbeitsplatz benötigt eigene Lizenz
- Beispiele Microsoft Office Home, Adobe Photoshop Einzellizenz, JetBrains IntelliJ IDEA Individual
2 Mehrplatzlizenz (Multi-User / Multi-Seat License)
Eine Mehrplatzlizenz erlaubt die Installation und Nutzung auf einer festgelegten Anzahl von Geräten oder durch eine bestimmte Anzahl von Benutzern. Typisch sind Pakete wie 5er-, 10er- oder 25er-Lizenzen. Jeder Platz ist dauerhaft zugewiesen – es können nicht mehr Benutzer gleichzeitig arbeiten als Lizenzen vorhanden sind.
- Vorteile Günstiger pro Platz als Einzellizenzen, zentrale Verwaltung möglich
- Nachteile Feste Anzahl, bei Wachstum müssen weitere Lizenzen nachgekauft werden
- Beispiele Microsoft 365 Business (5-Geräte-Plan), Kaspersky Endpoint Security 10er-Pack
3 Concurrent-Use-Lizenz (Gleichzeitige Nutzung)
Bei einer Concurrent-Use-Lizenz wird nicht die Anzahl der Installationen begrenzt, sondern die Anzahl der gleichzeitigen Nutzer. Die Software kann auf beliebig vielen Geräten installiert sein, aber nur eine festgelegte Anzahl von Benutzern darf sie zur selben Zeit verwenden. Ein Lizenzserver überwacht die aktiven Sitzungen und verweigert den Zugang, wenn das Limit erreicht ist.
- Vorteile Effiziente Nutzung bei Schichtbetrieb, weniger Lizenzen als Mitarbeiter nötig
- Nachteile Erfordert Lizenzserver-Infrastruktur, bei Engpässen können Mitarbeiter nicht arbeiten
- Beispiele AutoCAD Network License, MATLAB Concurrent License, SAP Named/Concurrent User
4 Standortlizenz (Site License) Unser Angebot
Eine Standortlizenz berechtigt zur unbegrenzten Nutzung der Software an einem bestimmten physischen Standort (Gebäude, Campus, Firmengelände). Alle Mitarbeiter und Geräte an diesem Standort dürfen die Software nutzen, ohne dass einzelne Lizenzen pro Arbeitsplatz erworben werden müssen. Ein zweiter Standort erfordert eine separate Lizenz.
- Vorteile Keine Benutzerverwaltung am Standort nötig, planbare Kosten, einfache Compliance
- Nachteile Nur für einen Standort gültig, Remote-Mitarbeiter oft nicht abgedeckt, hohe Einmalkosten
- Beispiele Oracle Site License, SPSS Campus License, Antivirus-Lösungen für Firmengelände
5 Enterprise-Lizenz (Unternehmenslizenz) Unser Angebot
Die Enterprise-Lizenz ist die umfassendste kommerzielle Lizenzform. Sie gilt für das gesamte Unternehmen – einschließlich aller Standorte, Niederlassungen, Tochtergesellschaften und Remote-Mitarbeiter weltweit. Typischerweise wird sie als Jahresvertrag mit zusätzlichen Leistungen wie Priority Support, individuellen Anpassungen (Custom Features), Service Level Agreements (SLAs) und dedizierten Ansprechpartnern angeboten.
- Vorteile Maximale Flexibilität, alle Standorte und Mitarbeiter abgedeckt, oft mit Premium-Support und SLAs
- Nachteile Höchste Kosten, lange Vertragslaufzeiten, oft überdimensioniert für kleine Unternehmen
- Beispiele Microsoft Enterprise Agreement (EA), Adobe Creative Cloud Enterprise, ServiceNow Enterprise
6 Volumenlizenz (Volume License)
Volumenlizenzen ermöglichen den Erwerb einer großen Anzahl von Softwarelizenzen zu einem reduzierten Stückpreis. Je mehr Lizenzen gekauft werden, desto günstiger wird der Einzelpreis (Staffelpreise). Die Verwaltung erfolgt über einen zentralen Lizenzschlüssel oder ein Verwaltungsportal. Anders als bei Enterprise-Lizenzen wird hier nach konkreter Stückzahl abgerechnet.
- Vorteile Deutliche Rabatte bei großen Mengen, zentrale Verwaltung mit einem Schlüssel, flexible Stückzahl
- Nachteile Mindestabnahme erforderlich, Verwaltungsaufwand bei vielen Produkten, Nachkäufe oft zu anderen Konditionen
- Beispiele Microsoft Open License / Select Plus, VMware Volume Licensing, Symantec Endpoint Protection
7 Subscription-Lizenz (Abonnement)
Bei einer Subscription-Lizenz wird die Software nicht dauerhaft gekauft, sondern für einen bestimmten Zeitraum (monatlich oder jährlich) gemietet. Die Nutzung endet mit dem Ablauf des Abonnements. Dieses Modell hat sich in den letzten Jahren als Standard etabliert, insbesondere bei Cloud-Diensten und SaaS-Anwendungen. Updates und neue Versionen sind während der Laufzeit typischerweise enthalten.
- Vorteile Niedrige Einstiegskosten, immer aktuelle Version, planbare monatliche oder jährliche Kosten
- Nachteile Langfristig teurer als Kauflizenz, Abhängigkeit vom Anbieter, kein Eigentum an der Software
- Beispiele Microsoft 365, Adobe Creative Cloud, JetBrains All Products Pack, Slack, Zoom
8 Perpetual License (Dauerhafte Lizenz / Kauflizenz)
Eine Perpetual License gewährt ein zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht an einer bestimmten Softwareversion. Nach dem einmaligen Kauf darf die Software dauerhaft genutzt werden. Updates und Support müssen meist separat über einen Wartungsvertrag (Maintenance Agreement) erworben werden. Ohne Wartungsvertrag bleibt die gekaufte Version nutzbar, erhält aber keine Updates mehr.
- Vorteile Einmalzahlung, dauerhaftes Nutzungsrecht, keine laufenden Kosten für die Basisversion
- Nachteile Hohe Anfangsinvestition, keine automatischen Updates, Version veraltet ohne Wartungsvertrag
- Beispiele Microsoft Office 2021/2024 (Kaufversion), Adobe CS6, Autodesk AutoCAD (bis 2020)
9 OEM-Lizenz (Original Equipment Manufacturer)
Eine OEM-Lizenz ist an ein bestimmtes Gerät gebunden und wird zusammen mit Hardware verkauft. Sie darf nicht auf ein anderes Gerät übertragen werden. OEM-Lizenzen sind deutlich günstiger als Retail-Versionen, da der Hardwarehersteller sie in großen Stückzahlen zu Sonderkonditionen einkauft. Der Support wird in der Regel vom Hardwarehersteller und nicht vom Softwarehersteller geleistet.
- Vorteile Sehr günstig, wird mit dem Gerät mitgeliefert
- Nachteile An Hardware gebunden, nicht übertragbar, eingeschränkter Support
- Beispiele Windows OEM (vorinstalliert auf PCs), Office OEM-Versionen
10 Floating License (Netzwerklizenz)
Eine Floating License ähnelt der Concurrent-Use-Lizenz, wird aber über einen zentralen Lizenzserver im Netzwerk verwaltet. Die Lizenz wird beim Start der Software vom Server ausgecheckt und beim Beenden wieder freigegeben. Dies ermöglicht eine optimale Auslastung, da nicht jeder Arbeitsplatz eine eigene Lizenz benötigt.
- Vorteile Optimale Auslastung, zentrale Verwaltung, über Netzwerk flexibel einsetzbar
- Nachteile Erfordert Lizenzserver, bei Netzwerkausfall keine Nutzung möglich
- Beispiele Siemens NX Floating, ANSYS Network License, Altium Designer
11 Named-User-Lizenz
Eine Named-User-Lizenz ist an eine bestimmte, namentlich benannte Person gebunden. Nur diese Person darf die Software nutzen, unabhängig davon, auf wie vielen Geräten sie installiert ist. Die Lizenz kann nicht geteilt oder weitergegeben werden, aber der Benutzer kann sie auf mehreren eigenen Geräten verwenden.
- Vorteile Klare Zuordnung, Nutzung auf mehreren eigenen Geräten, gute Nachvollziehbarkeit
- Nachteile Bei Mitarbeiterwechsel muss die Lizenz umgeschrieben werden, nicht teilbar
- Beispiele Atlassian Jira (Named User), Salesforce User License, SAP Named User
12 Open-Source-Lizenz
Open-Source-Lizenzen gewähren das Recht, den Quellcode einzusehen, zu verändern und weiterzugeben. Es gibt verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Bedingungen. Permissive Lizenzen (MIT, Apache, BSD) erlauben nahezu uneingeschränkte Nutzung, auch in kommerziellen Produkten. Copyleft-Lizenzen (GPL, AGPL) verlangen, dass abgeleitete Werke ebenfalls unter der gleichen Lizenz veröffentlicht werden.
- Vorteile Kostenlos nutzbar, Quellcode verfügbar, große Community, keine Vendor-Abhängigkeit
- Nachteile Kein garantierter Support, Copyleft-Pflichten können problematisch sein, Qualität variiert
- Beispiele Linux (GPL), Node.js (MIT), Apache HTTP Server (Apache 2.0), PostgreSQL
13 Freeware
Freeware ist Software, die kostenlos genutzt werden darf, deren Quellcode aber nicht veröffentlicht wird. Der Hersteller behält alle Rechte am Code und kann die Bedingungen jederzeit ändern. Freeware darf in der Regel nicht verändert oder weiterverkauft werden. Manche Freeware-Produkte finanzieren sich über Werbung oder Upselling zu einer kostenpflichtigen Premium-Version.
- Vorteile Keine Kosten, sofort einsetzbar
- Nachteile Kein Quellcode, kein garantierter Support, Hersteller kann das Modell ändern, mögliche Werbung oder Tracking
- Beispiele 7-Zip, IrfanView, CCleaner (Free), Notepad++
14 Shareware / Trialware
Shareware bezeichnet Software, die kostenlos getestet werden kann, aber für die dauerhafte Nutzung eine Lizenzgebühr erfordert. Die Testphase ist entweder zeitlich begrenzt (z. B. 30 Tage) oder funktional eingeschränkt. Nach Ablauf muss der Nutzer die Vollversion kaufen oder die Nutzung einstellen.
- Vorteile Kostenloser Test vor dem Kauf, geringes Risiko für den Käufer
- Nachteile Eingeschränkte Funktionalität im Test, wiederkehrende Kaufaufforderungen möglich
- Beispiele WinRAR, Sublime Text, viele Spiele-Demos
15 Techniker-Lizenz (Service-Provider- / MSP-Lizenz) Unser Angebot
Die Techniker-Lizenz ist speziell auf IT-Dienstleister, Systemhäuser und Managed-Service-Provider (MSP) zugeschnitten. Lizenznehmer ist der Techniker beziehungsweise das IT-Unternehmen – nicht der Endkunde. Sie berechtigt dazu, die Software im Rahmen von Wartungs-, Administrations-, Analyse- oder Compliance-Dienstleistungen direkt in der Umgebung des Endkunden einzusetzen. Die Software bleibt dabei unter der Kontrolle des Technikers: Sie wird dem Endkunden weder überlassen noch zur eigenständigen Nutzung übergeben. Nach Abschluss der Tätigkeit verbleibt kein eigenständig nutzbares Recht beim Kunden. So kann ein Dienstleister mit einem einzigen Toolset viele Kundenumgebungen betreuen, ohne dass jeder Kunde eine eigene Lizenz benötigt.
- Vorteile Ein Toolset für beliebig viele Kundeneinsätze, ideal für MSPs und Systemhäuser, klare Trennung zwischen Nutzungsrecht (Techniker) und Einsatzort (Kunde)
- Nachteile Endkunde erhält kein eigenes Nutzungsrecht und keine dauerhafte Installation; an Techniker beziehungsweise Gerät gebunden; erfordert eine klare vertragliche Regelung
- Beispiele Admin- und Diagnose-Toolsets von IT-Dienstleistern, ISW-ADTools im MSP-Einsatz, Remote-Management- und Auditing-Werkzeuge
Vergleichsübersicht
| Lizenzform | Nutzeranzahl | Standortbindung | Kosten |
|---|---|---|---|
| Einzelplatzlizenz | 1 | Ja (1 Gerät) | Niedrig |
| Mehrplatzlizenz | Begrenzt | Nein | Mittel |
| Concurrent Use | Begrenzt (gleichzeitig) | Nein | Mittel |
| Standortlizenz Unser Angebot | Unbegrenzt | Ja (1 Standort) | Hoch |
| Enterprise Unser Angebot | Unbegrenzt | Nein (alle) | Sehr hoch |
| Volumenlizenz | Flexibel | Nein | Staffelpreis |
| Subscription | Je nach Plan | Nein | Monatlich / jährlich |
| Perpetual | 1 (oder mehr) | Nein | Hoch (einmalig) |
| OEM | 1 | Ja (1 Gerät) | Günstig |
| Floating | Begrenzt (gleichzeitig) | Netzwerk | Mittel bis hoch |
| Named User | 1 pro Lizenz | Nein | Mittel |
| Open Source | Unbegrenzt | Nein | Kostenlos* |
| Freeware | Unbegrenzt | Nein | Kostenlos |
| Shareware | 1 (Test) | Nein | Kostenlos, dann Kauf |
| Techniker-Lizenz Unser Angebot | Techniker (Multi-Kunde) | Einsatz beim Kunden | Mittel bis hoch |
* Open Source ist kostenlos nutzbar, kann aber Kosten für Support, Anpassung und Wartung verursachen.
Empfehlungen zur Lizenzwahl
Die optimale Lizenzform hängt von der Unternehmensgröße, dem Budget, der Anzahl der Nutzer und den spezifischen Anforderungen ab.
1 Person
Einzelunternehmer und Freelancer
Einzelplatzlizenzen oder günstige Subscriptions sind ideal. Perpetual Licenses lohnen sich bei langfristiger Nutzung derselben Version.
Bis 50 Mitarbeiter
Kleine Unternehmen (bis 50 Mitarbeiter)
Mehrplatzlizenzen oder Named-User-Subscriptions bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Volumenlizenzen ab etwa 10 Lizenzen prüfen.
50 bis 500 Mitarbeiter
Mittelstand (50 bis 500 Mitarbeiter)
Volumenlizenzen, Standortlizenzen oder Concurrent-Use-Modelle sind empfehlenswert. Der Verwaltungsaufwand sinkt durch zentrale Lizenzierung erheblich.
Ab 500 Mitarbeiter
Großunternehmen, Konzerne und Behörden
Enterprise-Lizenzen mit SLAs, dedizierten Ansprechpartnern und Custom Features sind die beste Wahl. Die hohen Kosten werden durch Planungssicherheit und Support kompensiert.
Dienstleister
IT-Dienstleister, Systemhäuser und MSP
Die Techniker-Lizenz ist die passende Wahl: Ein Toolset darf in beliebig vielen Kundenumgebungen zur Dienstleistung eingesetzt werden, ohne dass die Software dem Kunden überlassen wird. Die vertragliche Regelung zur Nutzung und zum Verbleib der Software ist dabei zu beachten.
Praxistipp – Lizenz-Compliance
Führen Sie ein zentrales Software-Asset-Management (SAM). Dokumentieren Sie alle erworbenen Lizenzen, deren Laufzeiten und Zuweisung. Regelmäßige Audits helfen, Unter- und Überlizenzierung zu vermeiden und bei Herstellerprüfungen vorbereitet zu sein.
© IT-Service Walter · Stand: Februar 2026 · Software-Lizenzformen – ein Leitfaden
